Forschung

Ziel des Leitprojekts „Digibus Austria“ ist die Erforschung und Erprobung von Methoden, Technologien und Modellen für einen zuverlässigen und verkehrssicheren Betrieb von automatisierten Fahrzeugen für den Personennahverkehr als Zu-/Abbringer in einem regionalen, intermodalen Mobilitätssystem. Obwohl weltweit immer mehr Testversuche angekündigt bzw. durchgeführt werden, sind bisher wenige Forschungsprojekte bekannt, die eine systematische Weiterentwicklung von automatisierten Shuttles in Richtung höherer Stufen zum Ziel haben. Im Rahmen des Projekts sollen die Grundlagen für die Erreichung der Stufe 4 (Hochautomatisierung) geschaffen werden und somit soll eine Weiterentwicklung auf die nächste Automatisierungsstufe stattfinden. Konkret sollen im Leitprojekt „Digibus Austria“ folgende Fragestellungen erforscht und beantwortet werden:

  • Digitale und physische Infrastruktur: Mit welchen Methoden kann die Eignung bzw. Ausstattung einer Fahrumgebung bzw. Fahrstrecke für ein hoch- bzw. vollautomatisiertes Personenshuttle analysiert und bewertet werden und wie kann die digitale Fahrumgebung bzw. Fahrspur für ein hoch – bzw. vollautomatisiertes Fahrzeug (teil-) automatisiert erstellt werden?
  • Konnektivität: Welche Technologien (LTE-V, ITS G5) eignen sich für welche Konnektivitätsanforderungen hoch –bzw. vollautomatisierter Personenshuttles und wie kann dadurch die Zuverlässigkeit der Positionierung bzw. Kommunikation verbessert werden?
  • Verkehrssicherheit und Straßentauglichkeit: Mit welchen Methoden kann die Straßentauglichkeit bzw. Verkehrssicherheit eines hochautomatisierten Personenshuttles überprüft werden und welches Kollektiv an Fahrszenarien kann von einem hochautomatisierten Shuttle im Mischverkehr verkehrssicher und regelkonform bewältigt werden?
  • Menschliche Faktoren:
    (a) Welche Interaktionskonzepte mit anderen Verkehrsteilnehmer/-innen eignen sich für regionale Fahrszenarien von hochautomatisierten Personenshuttles und welche Erkenntnisse lassen sich dazu mit einem Fahrsimulator bzw. durch Realerprobungen gewinnen?
    (b) Welche Methoden zur multimodalen Fahrgastinteraktion mit Fokus auf Sprach- bzw. Video-basierte Ansätze eignen sich für den fahrerlosen Betrieb und wie kann dadurch ein ähnliches oder höheres Vertrauen im Vergleich zu einem Betrieb mit Fahrer/-in aufgebaut werden?
  • Neue Mobilitätsdienste: Welche Konzepte eignen sich für die Einbindung von hoch – bzw. vollautomatisierten Personenshuttles in ein intermodales, regionales Mobilitätssystem und wie können diese Konzepte in bestehende digitale Mobilitätsdienste integriert werden?
  • Regulatorische Maßnahmen: Welche Rahmenbedingungen (technisch, organisatorisch, rechtlich, gesellschaftlich, wirtschaftlich) sind für Realerprobungen bzw. in weiterer Folge für den Betrieb von hoch- bzw. vollautomatisierten Personenshuttles in regionalen Umgebungen zu berücksichtigen und wie können diese in einem Referenzmodell abgebildet werden?

Sämtliche Methoden, Technologien und Modelle werden im Projekt „Digibus Austria“ auf einer nicht-öffentlichen sowie zwei öffentlichen, regionalen Teststrecken erprobt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für ein österreichisches Referenzmodell für die Realerprobung und den Betrieb von hoch- bzw. vollautomatisierten Fahrzeugen im öffentlichen Personennahverkehr.

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